+49 (0)30 / 44 72 70 80

DGIV aktuell

Dez 15, 2016 von admin Kategorie: Allgemein 0 Kommentare

DGIV aktuell — Ausgabe IV/2016

Die KV Hamburg hat mit der DAK-Gesundheit einen Vertrag über die Diagnostik und Behandlung von Spätfolgen und Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus abgeschlossen. Startzeitpunkt ist der 01.10.2016. Ziel des Vertrages ist, dass Begleiterkrankungen frühzeitig erkannt und schwerwiegende Krankheitsstadien durch gezielte Behandlung verhindert bzw. deutlich verzögert werden. In insgesamt fünf Versorgungsfeldern (Diabetische Neuropathie, Lower urinary tracts symptoms LUTS, Vaskuläre Komplikationen, Diabetesleber und Nephrologische Komplikationen) können in regelmäßigen Abständen gezielte Früherkennungsuntersuchungen (sog. Versorgungsprogramme) durchgeführt und abgerechnet werden, woran sich ggf. gezielte Behandlungen anschließen (sog. Weiterbehandlungsprogramme). Teilnehmen können alle zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen und angestellten Ärzte, die in Hamburg an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen. (KVHH 05.10.2016)
http://www.kvhh.net/media/public

Die AXA Krankenversicherung AG und die Pro Versorgung Care,eine Initiative des Deutschen Hausärzteverbandes, bieten Patienten und ihren Hausärz-ten ab sofort und erstmals im Privaten Krankenversicherungsmarkt die Möglichkeit, online per Video Sprechstunden durchzuführen. Kooperationspartner für dieses Projekt ist die Patientus GmbH, Anbieter einer technischen Plattform zur Umsetzung von Online-Video-Sprechstunden. Gemeinsames Ziel ist es, die telemedizinische Versorgung zu fördern und die qualitativ hochwertige Patientenversorgung weiter auszubauen. Durch die Nutzung der Plattform soll der persönliche Kontakt zwischen Patienten und ihrem Hausarzt ortsunabhängig und zeitlich flexibel ermöglicht sowie die Arzt-Patienten-Bindung langfristig gestärkt werden. Voraussetzung ist, dass der Patient bereits bei dem Hausarzt in Behandlung ist. Bundesweiter Vertragsstart war der 01. Oktober 2016. (axa 06.10.2016)
https://www.axa.de/presse

Die AOK Nordost und die Emperra GmbH E-Health Technologies wollen mit einem innovativen, telemedizinischen Betreuungsansatz gezielt die Versorgung von insulinpflichtigen AOK-Versicherten mit starken Stoffwechselschwankungen und erhöhten Blutzuckerwerten optimieren. Zu diesem Zweck haben beide Partner aktuell einen Versorgungsvertrag geschlossen. Die technische Basis bildet das von Emperra entwickelte ESYSTA®-System. Es ermöglicht die un-mittelbare Übertragung sowohl der gemessenen Blutzuckerdaten als auch der injizierten Insulineinheiten in ein elektronisches Diabetestagebuch.

ESYSTA besteht aus einem patentierten, mit Insulinen aller Hersteller kompatiblen Insulin-Pen, dem Blutzuckermessgerät und einer Übertragungseinheit. Pen und Blutzuckermessgerät verbinden sich automatisch mit der Sendeeinheit, die die Daten per Mobilfunk im ESYSTA-Portal auf einem gesicherten Server erfasst. Der vom Patienten dazu autorisierte Arzt hat damit jederzeit Zugriff auf eine vollständige und unverfälschte Datenbasis, auf deren Grundlage er die Therapie optimieren kann. (AOK Nordost 11.10.2016)
https://nordost.aok.de/inhalt/innovativer-versorgungsvertrag

IBM und Siemens haben eine Kooperation vereinbart, um gemeinsam an einer evidenzorientierten medizinischen Versorgung zu arbeiten. Das verkünd-ten beide Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung. Die fünfjährige, globale strategische Allianz im Bereich Population Health Management (PHM) konzentriere sich demnach vor allem auf die Versorgung von Patienten mit komplexen, chronischen und teuren Krankheitsbildern, etwa Herzerkrankungen oder Krebs. Siemens Healthineers und IBM Watson Health wollen eigener Aus-sage zufolge Ärzte und andere medizinische Experten dabei unterstützen, grundlegende Veränderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. Unter anderem werde Siemens Zugang zu IBM Watson Care Manager erhalten, der kognitive Analysemethoden einsetzt, um aus unterschiedlichsten klinischen und individuellen Daten neue Erkenntnisse zu ziehen. Ziel ist es, medizinische Experten und chronisch Kranke besser zu betreuen und individueller zu beraten. (bibliomed.de 12.10.2016
https://www.bibliomedmanager.de/news

Ob Online-Sprechstunde, elektronischer Medikationsplan oder Notfalldatensatz: Digitale Anwendungen werden schon bald den Alltag von Patienten und medizinischem Personal erleichtern und die Versorgung deutlich verbessern. Das erklärt der Digitalverband Bitkom anlässlich der ersten Digital Health Conference (DHC), die am19.10.2016 in Berlin stattfindet. Dabei treffen sich Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen und Digitalwirtschaft, um die Digitalisierung im Health-Bereich weiter voranzutreiben. „Wir freuen uns, dass nach der Verabschiedung des E-Health-Gesetzes vergangenes Jahr die Digitalisie-rung der Medizin nun richtig Fahrt aufnimmt“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Digitale Angebote wie der elektronische Medikationsplan oder auch die Online-Sprechstunde bringen einen Innovationssprung für unser Gesundheitswesen und werden die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten spürbar verbessern.“ Der Medikationsplan, der zum 1. Oktober in Papierform eingeführt wurde und ab 2018 auch elektronisch vorliegen wird, soll bei Patienten, die mindestens drei Medikamente nehmen, gefährliche Wechselwirkungen vermeiden. (bitkom 19.10.2016)
https://www.bitkom.org/Presse

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) hat am 20.10.2016 in Berlin über die Projekte zu neuen Versorgungsformen in der gesetzlichen Krankenversicherung entschieden, die mit Mitteln des Innovationsfonds gefördert werden sollen. Die im Rahmen der ersten Förderwelle zur Verfügung stehenden Mittel werden damit voll ausgeschöpft. Das insgesamt beantragte Fördervolumen beläuft sich auf 880 Mio. Euro. Dies übersteigt die tatsächlich in 2016 zu vergebende Fördersumme von 225 Millionen um ein Vielfaches. Die Antragsteller werden nun umgehend per Schreiben informiert. Im Nachgang werden die Förderbescheide erstellt. Sobald diese wirksam sind, werden die geförderten Projekte auf den Internetseiten des Innovationsausschusses veröffentlicht werden. Über eine weitere Förderwelle wird der Innovationsausschuss nach derzeitiger Planung Anfang 2017 beschließen. (gba 21.10.2016)
https://www.g-ba.de/institution/presse

„Schlaganfall-Lotsen“ minimieren gemeinsam mit Betroffenen das Risiko eines Rezidivs und sorgen für mehr Lebensqualität und Patientenzufriedenheit. Nach einer fünfjährigen Erprobungsphase und ersten Studien zur Wirksamkeit des Nachsorgeprojekts „SOS-Care – Hilfe nach Schlaganfall“ an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden übernimmt die AOK PLUS für ihre Mitglieder ab sofort die Kosten für diese innovative Versorgungsform. Grundlage dazu ist ein Vertrag, der zum 1. Oktober durch die Vorstände von Uniklinikum und AOK unterzeichnet wurde. Damit werden erstmals in Deutschland sogenannte Schlaganfall-Lotsen durch eine Krankenkasse finanziert. Der Vertrag sieht vor, dass die Ergebnisse des Nachsorgeprojekts innerhalb von zwei Jahren weiter wissenschaftlich geprüft werden. Dazu sollen zwei weitere ins Schlaganfallnetzwerk SOS-NET eingebundene Krankenhäuser mit jeweils einem Lotsen dieses Nachsorgeprogramm anbieten. (AOK Plus 24.10.2016)
https://www.aokplus-online.de/presse

Die Stiftung Münch hat den Stand der Einführung einer elektronischen Patientenakte (ePA) in Dänemark, Israel und Österreich untersucht und analysiert, ob von Unternehmen wie Apple oder Kaiser Permanente (USA) entwickelte ePA-Anwendungen losgelöst von nationalen Strategien genutzt werden können. Erstmals wurde zudem eine European Score Card entwickelt, die mit einem Ampelschema zeigt, wo die einzelnen Länder bei der Implementierung stehen und damit einen Vergleich von 20 europäischen Ländern

ermöglicht. Daraus ist ersichtlich, dass Deutschland bei der Implementierung der ePA lediglich auf Platz 10, also im Mittelfeld, liegt. Die Studie belegt, dass in Ländern mit einer gut etablierten ePA eine klare Vorgabe des Gesetzgebers die Basis für die erfolgreiche Einführung war. Damit Deutschland zu den führenden Ländern aufschließen und von den Vorteilen einer ePA profitieren kann, ist deshalb eine langfristige, nationale E-Health-Strategie erforderlich und der politische Wille, die Durchführung des Projekts zum Erfolg zu führen. „Die Einführung einer ePA hierzulande ist überfällig“, so Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, „wir verlieren nicht nur weiter den Anschluss im internationalen Vergleich. Viel entscheidender ist es, dass mit ihr ein wesentlicher Hebel zur dringend erforderlichen Verbesserung der Effizienz des deutschen Gesundheitswesens nicht genutzt wird.“ Die ePA ist ein zentrales Element des von der Stiftung Münch verfolgten Reformansatzes der sogenannten Netzwerkmedizin. (Stiftung Münch 25.10.2016
http://www.stiftung-muench.org

Die Erwartungen der Ärzte an den Medikationsplan waren hoch – gerade angesichts des Aufwands, der vorab für die Erstellung eines vollständigen Plans geschätzt wurde. Doch darf der Medikationsplan für Patienten, die drei oder mehr systemisch wirksame verordnete Arzneimittel anwenden, nicht mit einem echten Medikationsmanagement verwechselt werden. So haben die Beteiligten an der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) vor kurzem einen Vergleich von Medikationsplan und dem im Juli gestarteten ARMIN vorgelegt – mit dem Ergebnis, dass das Medikationsmanagement für Patienten, die in ARMIN eingeschrieben sind, weit über die Vorgaben des E-Health-Gesetzes an den Medikationsplan hinausgehen. (aerztezeitung.de 26.10.2016)
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft

Die AOK Nordost, die Parkinson-Klinik Beelitz Heilstätten und das Fraunhofer-Institut FOKUS haben ein neues telemedizinisches Versorgungsangebot für Parkinson-Patienten entwickelt. Das System ermöglicht Patienten mithilfe von Tablets von zu Hause aus, die in der stationären Behandlung erreichten Trainingsfortschritte auszubauen. „In der Region Nordost leiden mehr als zwanzig-tausend Menschen an Parkinson. Die kontinuierliche Weiterbehandlung via Tele- Rehabilitation durch ein den Patienten bekanntes Therapeuten-Team ist ein großer Vorteil gegenüber der herkömmlichen Versorgung“, so Marina Otte, Unternehmensbereichsleiterin Rehabilitation der AOK Nordost. (aerztezeitung.de 28.10.2016)
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft

2015 ging der Hausarztvertrag unter gemeinsamer Verantwortung von Deut-schem Hausärzteverband Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. und der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse an den Start. Mittlerweile beteiligen sich über 1.000 Hausärzte an der Hausarztzentrierten Versorgung. Jetzt soll in einer zweiten Stufe die Zusammenarbeit zwischen AOK und Hausärzten zum Wohle der Versicherten weiter ausgebaut werden. Der Hausarzt ist für viele Menschen die Vertrauensperson, wenn es um ihre Gesundheit geht. So ist es gemeinsames Ziel der Vertragspartner, einerseits Menschen eine qualitätsgesicherte und gute Versorgung zu garantieren und gleich-zeitig die Rolle des Hausarztes als medizinischem Begleiter seiner Patienten bei langwierigen und komplexen Behandlungen zu stärken. Zudem wollen die Hausärzte als Steuerer im Krankheitsfall mit der AOK als Kümmerer in der Region gemeinsam einen Beitrag zur Sicherung einer flächendeckenden, wohnortnahen Versorgung in einer älterwerdenden Gesellschaft leisten. (AOK Rhein-land-Pfalz/Saarland 31.10.2016)
https://rps.aok.de/inhalt/pressemeldung

Am 28.10.2016 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Antragsteller informiert, die über den Innovationsfonds gefördert werden sollen. Bislang waren die Details zu den geförderten Projekten unter Verschluss. Nun ist Hamburg vorgeprescht und hat die ersten drei Projekte öffentlich gemacht. Offizielle Förderbescheide gibt es aber noch nicht. Wie die Behörde für Ge-sundheit und Verbraucherschutz mitteilte, wurden vom G-BA Fördermittel in Höhe von über 22 Millionen Euro angekündigt. Damit würden insgesamt rund zehn Prozent des bundesweiten Fördervolumens von 225 Millionen Euro nach Hamburg fließen. „Es ist ein großer Erfolg für Hamburg, dass alle von der Lan-deskonferenz unterstützten Projekte eine Förderung erhalten sollen“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Es brauche innovative Projekte, um auch in Zukunft die bestmögliche gesundheitliche Versorgung für die Menschen in der Stadt und im Umland sicherstellen zu können. (aerzteblatt.de 01.11.2016)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten

In Templin und der Umgebung werden künftig neue medizinische Versorgungsformen entwickelt. Das Projektvorhaben Strukturmigration im Mit-telbereich Templin (StimMT) der Arbeitsgemeinschaft „Innovative Ge-sundheitsversorgung in Brandenburg“ (IGiB GbR) und der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH wird mit rund 14,5 Millionen Euro aus dem vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) verwalteten Innovationsfonds geför-dert. Nach einer Prognose des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wird die Bevölkerung im Mittelbereich Templin bis 2030 um ein Fünftel abnehmen. Gleichzeitig wird die Anzahl der Bewohner über 65 Jahre um 44,6 Prozent steigen. Dennoch wird es auch im Jahr 2030 noch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene geben – wenn auch weniger. Diese veränderte Bevölke-rungsstruktur hat signifikante Auswirkungen auf den medizinischen Versor-gungsbedarf und dieser wiederum auf die notwendigen Leistungsstrukturen. „Das Projekt Templin wird eine Blaupause für eine nachhaltige medizinische Versorgung im ländlichen Raum“, erläutert Lutz O. Freiberg, Geschäftsführer der IGiB. „Wir werden gemeinsam in den kommenden Jahren neue sektorüber-greifende Versorgungsstrukturen in Templin erproben, die bedarfsgerecht für die sich stark ändernde Bevölkerung vor Ort sind.“ (KVBB 08.11.2016)
https://www.kvbb.de/presse

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) Förderzusagen für 15 Projekte aus dem Bereich Versorgung erhalten. Damit werden mehr als die Hälfte der durch die TK eingereichten Konzepte finanziell unterstützt. Das Fördervolumen be-trägt insgesamt 120 Mio. Euro, das sich auf alle Projektpartner verteilt. (tk 16.11.2016)
https://www.tk.de/tk/pressemitteilungen

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) wird im neuen Jahr telemedizinische Konsultationen einführen, um Patienten insbesondere mit chronischen und seltenen Erkrankungen zielgerichtet und schneller zu versor-gen. Das „Facharzt-Konsil“ können hausärztlich tätige Mediziner nutzen, um ihre Patienten einem Facharzt vorzustellen und gemeinsam zu behandeln. Auch die Zusammenarbeit zwischen Fachärzten wird durch das neue telemedi-zinische Angebot intensiviert. Die geplanten Indikationen kommen aus dem Bereich der großen Volkskrankheiten, bei denen zusätzliche fachärztliche Expertise gefragt ist. (spifa 16.11.2016)
https://www.spifa.de/spitzenverband-fachaerzte/pressemitteilungen

Die Betriebskrankenkassen bauen ihre Angebote im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und betriebliche Wiedereingliederung aus. „BGM-innovativ“, ein neues Programm zur Versorgung von Beschäftigten mit Muskel-Skelett-Erkrankungen, erhält in den kommenden vier Jahren eine Förderung aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses. 15 Betriebskrankenkassen werden BGM-innovativ in ihren traditionellen Trägerbetrieben durchführen. Einbezogen sind 22 Betriebsstandorte, an denen die Betriebskrankenkassen Beschäftigte in ganz unterschiedlichen Branchen und Arbeitsplätzen versichern – von industriellen Produktionsstätten bis hin zu Dienstleistungsunternehmen. Insgesamt sol-len etwa 1.500 Versicherte am Projekt teilnehmen. Der BKK Dachverband übernimmt die Projektleitung. Projektstart ist am 1. Januar 2017, Ende 2020 werden die Evaluationsergebnisse vorliegen. Das Förderbudget beträgt 3,7 Mio. Euro. (bkk dachverband e.V. 17.11.2016)
http://www.bkk-dachverband.de/presse

Für die Durchführung von Online-Videosprechstunden ab Juli 2017 haben sich KBV und GKV-Spitzenverband über die technischen Anforderungen für die Praxis und den Videodienst geeinigt. Die Vereinbarung dazu beinhaltet insbesondere Einzelheiten zur technischen Sicherheit und zum Datenschutz. Als nächstes sollen die für die Videosprechstunde geeigneten Fachgruppen und Krankheitsbilder im Bewertungsausschuss festgelegt und über die Vergü-tung der neuen Leistung verhandelt werden. Das E-Health-Gesetz sieht vor, dass ab 1. Juli 2017 Online-Videosprechstunden finanziell gefördert werden. Hierbei geht es um eine telemedizinisch gestützte Betreuung von Patienten, mit der eine wiederholte persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzt werden kann. So eignet sich die Videosprechstunde beispielsweise zur Kontrolle des Behand-lungsverlaufs oder um die Änderung einer Medikation zu erläutern. In der Vereinbarung zu den technischen Anforderungen ist geregelt, dass die Konsultation per Video nicht den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ersetzen darf, sondern bei einer bereits begonnenen Behandlung ergänzend eingesetzt werden kann. (kbv 17.11.2016)
http://www.kbv.de

Die Online-Videosprechstunde kommt nicht ins Laufen, weil die Selbstver-waltung ihre Entwicklung blockiert. So jedenfalls sieht es Klaus Strömer, Präsident des Bundesverbands Deutscher Dermatologen (BVDD). „Die Kas-senärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband unternehmen ernsthafte Bemühungen, die Online-Videosprechstunde zu verunmöglichen“, sagte Strömer beim Medica Econ Forum der Techniker Krankenkasse (TK) auf der Medizinmesse Medica in Düsseldorf. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich gerade über die technischen Anforderungen zur Durchführung von Online-Videosprechstunden geeinigt, die ab dem 1. Juli 2017 abrechnungsfähig sein sollen. In einem nächsten Schritt soll der Bewertungsausschuss „geeignete Fachgruppen und Krankheitsbilder“ festlegen und die Vergütung verhandeln. Hier setzt Strömers Kritik an. Von solchen Begrenzungen stehe nichts im Ge-setz, sagt er. „Die Selbstverwaltung will den Ball möglichst flach halten.“ (aerz-tezeitung.de 21.11.2016)
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft

Die Pilotphase für die erste Online-Anwendung der elektronischen Gesundheitskarte hat begonnen. Etwa 20 Praxen und ein Krankenhaus werden dazu an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Das sogenannte Versicher-tenstammdatenmanagement (VSDM) ist die erste Online-Anwendung der elekt-ronischen Gesundheitskarte (eGK). Dabei wird über eine Online-Verbindung zwischen der Praxis und der Krankenkasse des Patienten geprüft, ob die Versi-chertenstammdaten wie Name, Adresse und Versichertenstatus aktuell sind und die eGK gültig ist. Die Pilotphase findet in der Testregion Nordwest (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) statt. Nach Darstellung der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) sollen die Stabilität des digitalen Netzes des deutschen Gesundheitswesens sowie die Praxistauglichkeit der damit verbundenen Komponenten und Prozesse getestet und wissenschaftlich evaluiert werden. (kbv 24.11.2016)
http://www.kbv.de

Die strukturierten Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme, DMP) für Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und koronare Herzerkrankung (KHK) werden aktualisiert. Der für die Ent-wicklung von DMP zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) be-schloss am Donnerstag in Berlin, zunächst das Institut für Qualität und Wirt-schaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit entsprechenden Leitlinien-recherchen zu beauftragen. Der G-BA folgt damit seinem gesetzlichen Auftrag, seine Richtlinien regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren. (G-BA 24.11.2016)
https://www.g-ba.de/institution/presse

In einer groß angelegten Fallkontrollstudie in Thüringen wurden auf der Basis von Routinedaten die Effekte der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) hinsichtlich Versorgungskosten, Versorgungskoordination und Pharmakotherapie untersucht. Rund 40.000 Versicherte der AOK PLUS in Thüringen, die in deren HzV-Programm eingeschrieben waren, wurden mit einer Kontrollgruppe von Versicherten aus der Regelversorgung verglichen. Die Ergebnisse, die Antje Freytag, Janine Biermann und Koautoren in der aktuellen Ausgabe des „Deutschen Ärzteblattes“ vorstellen, sind überraschend: Nur in wenigen Berei-chen wurden in der Interventionsgruppe positive Effekte der HzV beobachtet. Rund 3,7 Millionen Patienten nehmen inzwischen in Deutschland an solchen HzV-Programmen teil. Die Initiatoren dieser Versorgungsform gingen davon aus, mit diesem Angebot die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern und gleichzeitig die Kosten senken zu können. (aerzteblatt.de 25.11.2016)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten

Die Entscheidung über die Vergabe der 75 Mio. Euro zur Förderung der Ver-sorgungsforschung ist gefallen. Der Innovationsausschuss des Gemeinsa-men Bundesausschusses (GBA) hat für 2016 insgesamt 62 Projekte ausge-wählt, die nun Fördergelder aus dem Innovationsfonds erhalten sollen. Ein-gereicht worden waren 296 Anträge. Nach einer ersten Bewertungsrunde blieb noch die Hälfte übrig. Die Antragsteller der 62 ausgewählten Projekte werden jetzt schriftlich benachrichtigt. Nach Ablauf der Rückmeldefrist werden die end-gültigen Förderbescheide versandt. Anschließend wird auf den Internetseiten des Innovationsausschusses bekannt gegeben, welche Projekte gefördert wer-den. „Die gesamte für 2016 vorgesehene Fördersumme von 300 Mio. Euro kann somit für den Erkenntnisgewinn und die qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in Deutschland verwendet werden“, kommentierte GBA-Chef Josef Hecken den Beschluss. Hecken ist auch Vorsitzender des Innovationsausschusses. (aerztezeitung.de 28.11.2016)
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/versorgungsforschung

Die RHÖN-KLINIKUM AG setzt seit Oktober die webbasierte elektronische Patientenakte – kurz WebEPA+ ein. Sie soll Haus-, Fach- und Klinikärzte miteinander vernetzen und somit eine bestmögliche Versorgung der Patienten gewährleisten. Die Zentralklinik Bad Berka sowie das Klinikum Frankfurt (Oder) sind die ersten Krankenhäuser, die an dieses Netzwerk angeschlossen sind. Die WebEPA+ ist eine elektronische Akte, die für jeden Patienten alle medizi-nisch relevanten Informationen wie Bilddaten, Diagnosen oder Medikationen aufnehmen kann. Alle Informationen werden verschlüsselt gespeichert und nie ohne das ausdrückliche Einverständnis des Patienten weitergegeben. Diese Daten können dann von den verschiedenen Ärzten, die am Behandlungspro-zess beteiligt sind, individuell abgerufen werden. So schafft WebEPA+ ein Netzwerk, das die Behandlung der Patienten beschleunigen und vereinfachen kann. Alle wichtigen Gesundheitsdaten liegen den Ärzten darin aktuell und übersichtlich vor. (Rhön Klinikum 28.11.2016)
https://www.rhoen-klinikum-ag.com/presse

Unter den neuen Versorgungsformen, die mit Mitteln aus dem Innovationsfonds gefördert werden, sind 18 Projekte mit AOK-Beteiligung. Ihr Fördervo-lumen liegt bei 133 Mio. Euro, die allen Projektbeteiligten zu Gute kommen. Die gesamte Fördersumme beträgt 225 Mio. Euro. „Dass wir diese vielen Zuschlä-ge erhalten haben, bestärkt uns in unserem Anliegen, die Versorgungsland-schaft mit innovativen und vernetzten Projekten nach vorne zu bringen“, unter-streicht Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Es komme darauf an, dass die guten Ergebnisse am Schluss auch sichtbar würden. „Wir wollen, dass aus diesen innovativen Projekten neue Versor-gungsansätze mit Dauerstatus werden können.“ (AOK BV 30.11.2016)
http://aok-bv.de/presse

Knapp ein Jahr nach seiner Konstituierung zieht der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) Bilanz. Seit Veröffentlichung der Förderbekanntmachungen zu den neuen Versorgungsformen und zur Versor-gungsforschung im April dieses Jahres gingen insgesamt knapp 700 Förderan-träge mit einem Gesamtantragsvolumen von 1,7 Mrd. Euro in der Geschäfts-stelle des Innovationsausschusses ein. Als Ergebnis eines intensiven Bera-tungs- und Auswahlverfahrens wurden die Förderung von 29 Projekten zur ersten Welle der neuen Versorgungsformen und 62 Projekten zur Versor-gungsforschung beschlossen und damit eine ausgewogene Verteilung auf alle ausgeschriebenen Themenfelder erreicht. Die für das Förderjahr 2016 zur Ver-fügung stehenden 300 Mio. Euro können somit vollständig in die Förderung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland fließen.(g-ba 01.12.2016)
https://www.g-ba.de/institution/presse

Auf dem DGIV-Bundeskongress lieferten sich GKV-Chefin Doris Pfeiffer und Andreas Tecklenburg einen unterhaltsamen Schlagabtausch. Der Innovations-preis der Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) ging an Henriette Neumeyer (Philips). Das Krankenhausstrukturgesetz und die Integrierte Versorgung standen beim 13. DGIV-Bundeskongress im Vordergrund. (kma-online 01.12.2016)
https://www.kma-online.de/aktuelles/politik

Ein Modellprojekt zur Verringerung unnötiger Antibiotikaverordnungen startet Anfang 2017 in Arztpraxen. Es ist eines der ersten Vorhaben, das mit Mitteln aus dem Innovationsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung gefördert wird. Im Rahmen des Projekts „RESISTenzvermeidung durch adä-quaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“ sollen Ärzte und Patienten für das Thema Resistenzbildungen sensibilisiert werden. Dabei geht es vor allem um einen verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika bei akuten Atemwegsinfekten. Das Modellvorhaben des Verbandes der Ersatzkas-sen e.V. (vdek), der KBV und von elf Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wird mit rund 14 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds gefördert. (kbv 1.12.2016)
http://www.kbv.de

Seit gut einem Jahr erprobt die Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg Tinnitracks – die erste vom Arzt verordnete App gegen Tinnitus. Nachdem die erste Resonanz der Hamburger Patienten vielversprechend ist, weitet die TK das Angebot jetzt auf vier weitere Bundesländer aus: Ab sofort verschreiben auch teilnehmende Ärzte in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die App, die dem störenden Ton im Ohr mit der Lieblingsmusik des Patienten zu Leibe rückt. Mit dem Ausbau soll auch das Potential in der frühen Versorgung von Tinnitus ermittelt und weiterentwickelt werden. Kontrolltermine beim Arzt und eine Abschlussuntersuchung sorgen dafür, dass die Therapie unter ärztlicher Aufsicht erfolgt; die Online-Befragung aller Patienten sammelt Erfahrungen und soll Antwort auf die Frage geben, bei welchen Patienten die Therapie nach zwölf Monaten Behandlungsdauer geholfen hat. (tk 1.12.2016)
https://www.tk.de/tk/pressemitteilungen

Für telemedizinische Anwendungen muss es eine Nutzenbewertung geben, fordert der Vorstandsvorsitzende der AOK Nordwest Tom Ackermann. „Das Potenzial ist unstrittig, aber wir würden das Thema gern geordneter angehen“, sagte Ackermann auf dem Jahreskongress des Landesverbands Praxisnetze Nordrhein-Westfalen (LPNRW) in Herne. Es gebe zahlreiche Projekte für das Telemonitoring für chronisch Kranke. Ackermann sieht die Chance, mit diesem Instrument die Versorgung zu verbessern und die Zahl der unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakte zu minimieren. Ob das Telemonitoring tatsächlich wirkt, müsse aber durch Studien belegt werden. „Vor der Aufnahme in die Regelver-sorgung ist ein Nutzennachweis erforderlich“, betonte der AOK-Chef. Bei Tele-konsilen zwischen Ärzten und Pflegeheimen sei nicht die zentrale Frage, ob sie technisch funktionieren, sondern ob es mit ihrer Hilfe gelingt, die Zahl der Heimbesuche durch die niedergelassen Ärzte und die Häufigkeit von Kranken-hauseinweisungen zu reduzieren. „Technologie ist nicht alles“, sagte Acker-mann. (aerztezeitung.de 02.12.2016)
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft

Für die Entwicklung neuer Versorgungsformen im Gesundheitswesen er-hält die Universitätsmedizin Mainz rund 10 Millionen Euro Fördergelder aus dem Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Gleich drei Anträge der Universitätsmedizin Mainz konnten die Gutachter über-zeugen. Ein Projekt zielt auf eine bessere Versorgungsqualität bei Hüft- und Knieendoprothesen ab. Weitere Fördergelder werden für eine Verbesserung der rheumatologischen Versorgung bereitgestellt. Im dritten Projekt soll die Früherkennung der sogenannten asymptomatischen Leberzirrhose optimiert werden. Ein viertes Projekt, bei dem die Universitätsmedizin Mainz als Partner beteiligt ist, hat die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen zum Gegenstand. Die Gesamtför-dersumme aller Projekte mit Mainzer Beteiligung beträgt rund 20 Millionen Eu-ro, etwa 10 Millionen davon sind der Mainzer Anteil. Insgesamt wurden durch den Innovationsfonds in der aktuellen Förderperiode 2016 225 Millionen Euro Fördergelder für neue Versorgungsformen vergeben, 29 Projekte werden bun-desweit gefördert. (Universitätsmedizin Mainz 02.12.2016)
http://www.unimedizin-mainz.de/presse

Rund 50.000 Patienten sollen von einem neuen Projekt in Nordrhein-Westfalen profitieren, das den sektorenübergreifenden Aufbau telemedizinischer Netzwerke im Bereich Intensivmedizin und Infektiologie fördert. Dafür stehen aus dem Innovationsfonds 20 Millionen Euro zur Verfügung, er-klärte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens bei der Vorstellung der Initiative. „Wenn Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Krankenhäusern und Praxen über einen kurzen Draht Patientinnen und Patienten gemeinsam mit dem Ziel einer bestmöglichen Behandlung begutachten, steigt die Qualität der Versorgung insgesamt“, sagte Steffens. Die Unikliniken Aachen und Münster stellen in dem Projekt TEL.net@NRW ihr Spezialwissen zur Verfügung und gewährleisten, dass Experten rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche zu erreichen sind. Auf der sogenannten Empfängerseite stehen 17 Kliniken aus den Regionen Aachen und Münster sowie zwei Netze: das Gesundheitsnetz Köln-Süd mit 77 Ärzten und das Ärztenetz Medizin und Mehr aus Bünde mit 55 niedergelassenen Medizinern. (aerztezeitung.de 02.12.2016)
http://ftp.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft

Im Rahmen ihres 13. Bundeskongresses hat die Deutsche Gesellschaft für integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der integrierten Versorgung vorgelegt. DGIV-Chef Prof. Stefan G. Spitzer hob dabei den Druck hervor, mit dem aktuelle Verände-rungen eine Überwindung der Sektorengrenzen in der Patientenversorgung erforderlich machten. „Wir haben wachsende medizinische Gründe, die eine enge Verschränkung der Versorgungsbereiche dringend erforderlich machen. Dramatische Anstieg chronischer Erkrankungen mit immer wieder wechseln-dem Versorgungsbedarf und die steigenden Zahlen geriatrischer Patienten mit oszillierenden Episoden zwischen ambulanter und stationärer Versorgung bei gleichzeitiger Pflegebedürftigkeit machen eine Überwindung der bisherigen strikten Versorgungsgrenzen unerlässlich“, so Spitzer. Zugleich betonte Spitzer den wachsenden Druck, mit dem die kontinuierliche Digitalisierung medizinischer Versorgungsprozesse die Anpassung des Gesundheitssystems an diese Realitäten erforderlich mache. In diesem Zusammenhang appellierte er auch an die Verantwortung der Politik: „So sehr wir Lösungen aus der Selbstverwaltung heraus begrüßen, so sehr mahnen wir Mut zu politischen Entscheidungen an, wenn sich die Selbstverwaltung – wie in der Frage der digitalen Sektorenver-schränkung – nicht in einem angemessenen Zeitrahmen in der Lage sieht, zu pragmatischen und versorgungsorientierten Lösungen zu kommen.“ (fach-arzt.de 03.12.2016)

Die zunehmende Antibiotikaresistenz stellt das Gesundheitswesen weltweit, aber auch in Deutschland, vor ernstzunehmende Herausforderungen. Ab dem Jahr 2017 startet mit Fördermittel des Innovationsfonds ein neues Projekt unter dem Namen ARENA (Antibiotika-Resistenz-Entwicklung nachhaltig abwenden), das sich dieser Problematik annehmen wird. Das Ziel des jetzt aufgelegten Projekts besteht im Wesentlichen darin, den Einsatz von Antibiotika auf ein sinnvolles Maß zurückzufahren und ein Problembewusstsein in der Ärz-teschaft sowie bei Patienten und der Öffentlichkeit zu schaffen. Als Konsortial-führer koordiniert das AQUA-Institut das ARENA-Projekt und organisiert die wissenschaftliche Begleitung. Als weitere Partner sind mit an Bord: die AOK Bayern, die AOK Rheinland/Hamburg, die KV Bayerns (KVB), die Agentur deutscher Arztnetze sowie über 400 Arztpraxen aus 14 Arztnetzen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen mit ca. 74.000 eingeschriebenen AOK-Versicherten. Der AOK-Bundesverband unterstützt das Vorhaben als Kooperationspartner. ARENA wird mit rund 6 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds finanziert. (deut-sche-aerztenetze.de 5.12.2016)
http://deutsche-aerztenetze.de

Mit einer millionenstarken Förderung aus dem Innovationsfonds des Bundes unternimmt die Universitätsmedizin Rostock einen großen Schritt Rich-tung digitale Zukunft in MV. Mit der Philips-Tochter Philips Market DACH sowie den Krankenkassen AOK Nordost und Techniker Krankenkasse setzt das Haus das Kooperationsprojekt „HerzEffekt MV“ um. Ziel der Zusammenarbeit ist eine vernetzte und damit effizientere Versorgung von Herzpatienten im Bun-desland durch innovative Technologien. Das Projekt soll Anfang 2017 starten. Der Bund stellt für „HerzEffekt MV“ rund 14 Millionen Euro zur Verfügung. Mit Mitteln aus dem Innovationsfonds der Bundesregierung werden neue Versor-gungsformen und Forschungsvorhaben zur Versorgung gefördert. Das Projekt der Unimedizin ist das mit der größten Einzelförderung aus dem Innovations-fonds in MV und rangiert bundesweit unter den Vorhaben, die die höchsten Fördersummen zugesprochen bekamen. (Universitätsmedizin Rostock 06.12.2016)
https://www.med.uni-rostock.de/medien

Bundesweit 18,6 Millionen Menschen sollen künftig von mehr Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie profitieren. Dafür sorgt ein Projekt, das die Barmer GEK mit der KV Westfalen-Lippe (KVWL), mehreren Universitäten und medi-zinischen Fachgesellschaften angestoßen hat. Es verbessert die Sicherheit der Arzneimitteltherapie von Patienten, die mindestens fünf Medikamente benöti-gen und deshalb von Polypharmazie betroffen sind. Das Projekt mit dem Na-men „AdAM“ hat dafür jetzt aus dem Innovationsfonds rund 16 Mio. Euro Starthilfe bekommen. „AdAM macht die Therapie der Patienten, die mehrere Medikamente gleichzeitig nehmen müssen, sicherer und effizienter. Bei einer Überführung in die Regelversorgung lassen sich bei allen gesetzlichen Kran-kenkassen bis zu 2,75 Mrd. Euro einsparen“, betonte Mani Rafii, Vorstand der Barmer GEK, bei der Vorstellung des Projektes am Dienstag in Berlin. AdAM steht für „Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie- und Versor-gungsmanagement“. Das Projekt widmet sich der sogenannten Polypharmazie und den durch die Komplexität der Therapie entstehenden vermeidbaren Risi-ken der Behandlung. Für Patienten, die an mehreren Krankheiten zugleich leiden, kann eine unzureichend abgestimmte Arzneitherapie zum lebensgefährlichen Risiko werden. (Barmer GEK 06.12.2016)
https://www.barmer.de/presse

Die Versorgungslücken nach einem Krankenhausaufenthalt und der ambulanten Weiterbehandlung sollen durch ein neues Gemeinschaftsprojekt durch Versorgungsforschung (Entwicklung von Methoden zur Nutzung von Routinedaten für ein sektorenübergreifendes Entlassmanagement, EMSE), vor allem bei schweren Erkrankungen, geschlossen werden. Vorhandene medizini-sche Daten aus dem Aufnahmebericht und dem Behandlungsverlauf sollen allen medizinischen und nichtmedizinischen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. Grundsätzliche Idee ist ein Vorhersagemodell, das auf Patienteninfor-mationen und Routinedaten der Krankenkassen zurückgreift. So kann der post-stationäre Behandlungsbedarf nach einem Krankenhausaufenthalt automatisch eingeschätzt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Damit unter-stützt das Prognosemodell gezielt das Entlass- und Fallmanagement von Kran-kenhäusern und Krankenkassen. Start des Projekts ist im Frühjahr 2017. Der Innovationsausschuss des Innovationsfonds beim GBA fördert das Konzept, das gerade in der Startphase kostenintensiv ist, mit rund 748.000 Euro. Erste Projektergebnisse wollen die Akteure bereits zur Jahresmitte 2018 vorlegen. Ist das Versorgungsforschungsprojekt erfolgreich, soll es in einem weiteren Schritt in ausgewählten Modellregionen in die Praxis umgesetzt werden. (BKK DV 8.12.2016)
http://www.presseportal.de

Digitale Vernetzung, elektronische Kommunikation, Telemedizin – mit dem E-Health-Gesetz soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter beschleunigt werden. Welche Neuerungen das Gesetz für Ärzte und Psychotherapeuten bringt, hat die KBV in ihrer Broschüre „E-Health“ zusammengefasst. Sie liegt dem Deutschen Ärzteblatt bei. Das neue Serviceheft aus der Reihe PraxisWis-sen bietet auf 24 Seiten grundlegende Informationen zu Themen wie eArztbrief, Medikationsplan, Telekonsile und Videosprechstunden. Ärzte und Psychothe-rapeuten erhalten Tipps zur Umsetzung, kurze Checklisten und Hinweise auf weitere Informationen und Unterstützungsangebote. (kbv 8.12.2016)
http://www.kbv.de

Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) stellt 1,25 Millionen Euro zur Erforschung der spezialisierten ambu-lanten Palliativversorgung zur Verfügung. Der Forschungsantrag „ELSAH – Evaluation der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung am Beispiel von Hessen“ will die Versorgung und Betreuung von Palliativpatienten untersuchen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Dazu soll unter anderem ein stan-dardisiertes Instrument zur Messung der Versorgungsqualität entwickelt und ermittelt werden, welche besonderen Belange von sterbenden Kindern und Jugendlichen bei der Palliativversorgung berücksichtigt werden müssen. (aerz-teblatt.de 09.12.2016)
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten

Viele Arzneimittel, die bei Kindern angewendet werden, sind für diese nicht zugelassen. Die wirksame und sichere Dosierung ist dabei häufig nicht be-kannt. Ebenso fehlt es oft an für Kinder geeigneten Darreichungsformen. Den-noch sind Kinder- und Jugendmediziner vielfach darauf angewiesen, Arzneimit-tel, die eigentlich nur an Erwachsenen ausreichend geprüft wurden, auch bei Kindern anzuwenden. Das Projekt KiDSafe will die Arzneimitteltherapie bei Kindern und Jugendlichen sicherer machen und hat hierfür Mittel aus dem Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zuge-sprochen bekommen. (DGKJ 13.12.2016)
http://www.dgkj.de/service/meldung

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens geht dem Vorstandsvorsitzen-den des AOK-Bundesverbandes viel zu langsam. „Natürlich kann das alles auch missbräuchlichen Zwecken dienen. Deshalb darf man die Bedenken auch nicht vom Tisch wischen“, sagt Litsch im Interview mit dem AOK-Medienservice (ams). „Wichtig ist, dass wir uns dieser Herausforderung stellen und nicht vor lauter Bedenken die Entwicklung verschlafen.“ Litsch beschreibt einen kulturel-len Wandel im Zuge der Digitalisierung, mit dem sich insbesondere das Gesundheitswesen schwer tue. „Es geht dabei nicht nur um eine technische Fortentwicklung, sondern viel mehr auch um eine andere Denkweise und Ein-stellung zu vernetztem Handeln“, so der Vorstandschef. „Heute geht es stärker als früher darum, Informationen zu teilen, aus dem Geteilten mehr und schnel-ler zu lernen, am Ende besser zu werden.“ Entscheidend sei, dass Versicherte und Patienten mit dem notwendigen Kompetenzen ausgestattet würden und Herr ihrer Daten blieben. (AOK BV 15.12.2016)
http://aok-bv.de/presse

download I DGIV aktuell

DGIV – Veranstaltungshinweise:

DGIV-Kaminabend am 19. Januar 2017

mit Frau Maria Michalk, MdB und gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, im Capital Club Berlin

DGIV-Kaminabend am 27. Februar 2017

mit Herrn Dr. med. Hans-Joachim Helming, ehem. Vorsitzender des Vorstandes der KV Brandenburg, Geschäftsführer Projekt StimMT/Templin (Innovations-fondsprojekt), im Capital Club Berlin