15 Jahre Engagement für verständliche Gesundheitsinformationen – „Was hab‘ ich?“ feiert Geburtstag
Dresden, 15.01.2026 – Seit 15 Jahren setzt sich das gemeinnützige Unternehmen „Was hab‘ ich?“ dafür ein, dass alle Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen Zugang zu individuellen, qualitativ hochwertigen und dabei leicht verständlichen Gesundheitsinformationen haben. Viele Erfolge der letzten Jahre geben Anlass zum Feiern – aber gleichzeitig bleibt noch viel zu tun.
Als im Januar 2011 die Idee zur Übersetzungsplattform washabich.de entstand, hätte sich wohl niemand erträumt, was daraus erwachsen würde: Über 70.000 individuell erstellte Befundübersetzungen, über 3.000 für patientenzentrierte Kommunikation sensibilisierte Medizinstudierende und Ärzt:innen, über 33.000 Erläuterungen zu ICD- und OPS-Codes. Diese Zahlen stehen für einen wichtigen zivilgesellschaftlichen Beitrag zu einem patientenorientierten Gesundheitssystem: Patient:innen verstehen ihre Befunde besser, Mediziner:innen können verständlicher kommunizieren und Entlassbriefe gibt es nicht mehr nur in ärztlicher Fachsprache, sondern auch in einfacher, laienverständlicher Version.
Die Vision von „Was hab‘ ich?“ ist denkbar einfach: Verständliche, individuelle Gesundheitsinformationen sollen jederzeit für alle verfügbar sein – unabhängig von Alter, Bildungsgrad oder Herkunft. Ziel ist es, Gesundheitskompetenz zu stärken, informierte Entscheidungen zu ermöglichen und die Gesundheitsversorgung durch aktive Partizipation transparenter, sicherer und wirkungsvoller zu machen. Unzählige Arbeitsstunden im Haupt- und Ehrenamt sind in den vergangenen 15 Jahren auf vielfältige Weise in die Verwirklichung dieser Vision geflossen: Von der Erstellung, Prüfung und Vereinfachung von Informationsmaterialien über die Entwicklung nützlicher Tools für individuelle Gesundheitsinformationen bis hin zum Aufbau zahlreicher Kooperationen mit Akteur:innen des Gesundheitswesens.
„Als Studierenden-Initiative sind wir damals mit der Idee individueller Befundübersetzungen gestartet und waren von der enormen Resonanz überwältigt. Jede einzelne dieser Übersetzungen ist für die betroffene Person eine sehr wertvolle Hilfe. Doch besonders suchen und bearbeiten wir die großen, skalierbaren Lösungen, die vielen Tausend Menschen beim Verständnis helfen“, sagt Ansgar Jonietz, Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH. Zu diesen großen Lösungen gehören unter anderem laiengerechte Patientenbriefe nach jedem Krankenhausaufenthalt, verständliche Gesundheitsinformationen für alle Menschen auf dem Nationalen Gesundheitsportal, Impfcheck-Tools für eine persönliche Impfempfehlung, die Millionen Menschen erreichen – und Kommunikationsschulungen für alle, die im Gesundheitswesen arbeiten. Bis eine patientenzentrierte Kommunikation allerdings an allen Stellen wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung ist, bleibt noch viel zu tun.
Hermann Gröhe, ehemaliger Bundesgesundheitsminister und langjähriger Botschafter von „Was hab‘ ich?“, gratuliert zum Jubiläum: „Ich wünsche ‚Was hab’ ich?‘ weiterhin Kraft, Neugier und Freude an verständlicher Sprache. Die kommenden Jahre werden anspruchsvoll: steigende Kosten, Fachkräftemangel und immer unübersichtlichere Informationsangebote – auch durch von künstlicher Intelligenz erstellte Auskünfte – stellen unser Gesundheitswesen vor große Aufgaben. Gerade deshalb braucht es Orientierung. Wer Menschen verständlich begleitet, macht Behandlungen treffsicherer und stärkt zugleich das Vertrauen in die Versorgung. „Was hab’ ich?“ kann hier auch künftig eine wichtige Rolle spielen – als Brücke zwischen fachlicher Genauigkeit und menschlicher Zuwendung.“
Dieser Aufgabe nimmt sich das Team von „Was hab‘ ich?“ weiterhin an und arbeitet auch in den kommenden Jahren an all den großen und kleinen Ideen, die zur Verwirklichung der Unternehmensvision beitragen – getragen von der Überzeugung, dass verständliche Gesundheitsinformationen die Gesundheit und Lebensqualität unmittelbar verbessern können.