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Pressemitteilungen

Pressemitteilung: DGIV diskutiert „Gesundheit vor Ort“ auf dem 22. Bundeskongress in Berlin

Berlin – Am 26. März fand der 22. Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e. V. (DGIV) in Berlin statt. Unter dem Leitmotiv „Gesundheit vor Ort – integriert, interprofessionell, partizipativ“ diskutierten Akteurinnen und Akteure aus Politik, Versorgungspraxis, Wissenschaft, Selbstverwaltung und Gesundheitswirtschaft im Hotel Aquino zentrale Fragen einer zukunftsfähigen, regional verankerten Gesundheitsversorgung.

Im Mittelpunkt des Kongresses standen insbesondere Partizipation und Regionalität als zentrale Kriterien einer leistungs- und innovationsfähigen Versorgung. In den Beiträgen und Diskussionen mit Beteiligten aus Bundes- und Landespolitik und aus der Selbstverwaltung wurde deutlich, dass eine bedarfsgerechte Versorgung vor Ort künftig nur gelingen kann, wenn regionale Strukturen stärker berücksichtigt, unterschiedliche Bedarfe ernst genommen und die Perspektiven von Patientinnen und Patienten sowie Bürgerinnen und Bürgern systematisch einbezogen werden. Zugleich wurde hervorgehoben, dass sektorenübergreifende Zusammenarbeit, interprofessionelle Kooperation und regionale Gestaltungsspielräume entscheidend sind, um Versorgung nachhaltig weiterzuentwickeln.

„Partizipation ist für uns kein Trendthema und keine Begleiterscheinung. Sie muss ernst genommen werden. Denn nur dort, wo Verantwortung gemeinsam getragen und Veränderungen im Dialog gestaltet werden, können strukturelle Maßnahmen langfristig Akzeptanz finden“, erklärt Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der DGIV. Es sei wichtig, nicht nur Bürgerinnen und Bürger einzubinden, sondern auch Leistungserbringer, Kostenträger, Kommunen und die Selbstverwaltung frühzeitig in Veränderungsprozesse einzubeziehen.

Im „5. DGIV-Bootcamp für Young Professionals und Studierende“ wurden diese Überzeugungen am Kongressvortag auch durch die Visionen und Erwartungen aus Sicht des Nachwuchses artikuliert. Die hohe intrinsische Motivation der kommenden Versorger-Generation dürfe nicht länger durch abstrakte und versorgungsferne Regulierungen zerrieben werden, so eine der Überzeugungen, die am Kongressvorabend auch in einem „Thesenslam“ der Nachwuchs-Profis und einem Thesenblatt am Kongresstag selbst unterstrichen wurde. Versorgung müsse sich daher am Patientenbedarf orientieren und sowohl professionelle als auch bürgerschaftliche Partizipation vor Ort zulassen, um so langfristig für alle Beteiligten tragfähig, aber auch wandelbar zu sein, so die Forderung der Young-Professionals und Studierenden. Kollektive kommunale Netzwerke könnten hier ein möglicher Weg der Ausgestaltung sein.

Der DGIV-Bundeskongress machte damit aus verschiedenen Perspektiven deutlich, dass die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens nicht allein durch Reformen auf Bundesebene erreicht werden kann. Gefragt sind vielmehr tragfähige Lösungen vor Ort, die sich an regionalen Bedarfen orientieren, Verantwortung zwischen den Akteuren verbinden und Partizipation nicht als Zusatz, sondern als integralen Bestandteil guter Versorgung begreifen. „Wir haben in Berlin einen sehr starken Kongress erlebt, der deutlich gemacht hat: Gute Versorgung entsteht nicht abstrakt, sondern vor Ort – im Zusammenspiel von Professionen, Institutionen und den Menschen, um die es geht“, so Prof. Eckhard Nagel abschließend.

https://dgiv.org/wp-content/uploads/2026/03/PM-Bundeskongress-26.03.2026.pdf

Pressemitteilung: DGIV und Hashtag Gesundheit vereinbaren Kooperation

Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e. V. (DGIV) und Hashtag Gesundheit e. V. wollen künftig enger zusammenarbeiten, um interprofessionellen Austausch, sektorenübergreifendes Denken und die aktive Einbindung junger Perspektiven in die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens zu stärken.

Hashtag Gesundheit ist ein interdisziplinäres Netzwerk für junge Menschen im Gesundheitswesen, das interprofessionelle Zusammenarbeit fördert und sich für innovative Lösungen, Chancengleichheit und Solidarität im Gesundheitssektor einsetzt. Der Verein verfolgt das Ziel, Kooperationen zu stärken, veraltete Strukturen aufzubrechen und ein zukunftsorientiertes Gesundheitswesen aktiv mitzugestalten. Damit bestehen enge inhaltliche Schnittmengen zur DGIV, die sich seit vielen Jahren für eine integrierte, patientenorientierte und sektorenübergreifende Versorgung einsetzt.

Ein erster konkreter Bestandteil der Kooperation ist die Partnerschaft von Hashtag Gesundheit beim DGIV-Bootcamp für Young Professionals im Vorfeld des DGIV-Kongresses. Über die konkrete Partnerschaft hinaus wollen beide Organisationen künftig in gemeinsamen Formaten zusammenarbeiten, ihre Netzwerke enger verzahnen und den Austausch zu relevanten gesundheitspolitischen und versorgungsbezogenen Themen fördern. Auf diese Weise werden die Organisationen enger miteinander verbunden und der Austausch über zentrale Fragen der integrierten Versorgung gezielt gestärkt.

Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der DGIV, erklärt: „Wer das Gesundheitswesen zukunftsfähig gestalten will, muss junge Menschen frühzeitig einbinden, interprofessionelle Perspektiven zusammenführen und Versorgung über Berufs- und Sektorengrenzen hinweg denken. Hashtag Gesundheit setzt genau an dieser Stelle an. Wir freuen uns daher sehr über die Kooperation, da sie den Austausch zwischen engagierten Nachwuchskräften und den Fragen einer tragfähigen integrierten Versorgung nachhaltig stärkt.“

Auch für Hashtag Gesundheit ist die Zusammenarbeit mit einem klaren Anspruch verbunden. Dazu Gina Steinherr, Vorstand Veranstaltungen bei Hashtag Gesundheit: „Wir sind überzeugt: Ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen entsteht dort, wo vielfältige Perspektiven Gehör finden, und interprofessionelle Zusammenarbeit gelebt wird. Die Kooperation mit der DGIV ist für uns ein starkes Signal, den generationenübergreifenden und intersektoralen Austausch weiter zu fördern und Verantwortung im Gesundheitswesen gemeinsam zu tragen.“

Mit der Kooperation wollen die DGIV und Hashtag Gesundheit den Austausch über Berufsgruppen, Generationen und Sektorengrenzen hinweg stärken und neue Impulse für den gesundheitspolitischen Nachwuchs setzen.

Weitere Informationen zum DGIV-Bootcamp und zum 22. DGIV-Bundeskongress unter: https://dgiv.org/veranstaltung/5-dgiv-bootcamp-2026/ und https://dgiv.org/veranstaltung/22-dgiv-bundeskongress-am-26-maerz-2026-in-berlin/

PM DGIV : Hashtag Gesundheit

DGIV e.V.

Pressemitteilung: DGIV legt Positionspapier zur Primärversorgung vor

„Ziel muss es sein, die gesamte ambulante Versorgung systematisch zu strukturieren“

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e.V. (DGIV) hat ein Positionspapier zur Weiterentwicklung der Primärversorgung in Deutschland vorgelegt. Kern des Papiers ist die Forderung nach einer verbindlichen, standardisierten und digital gestützten Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs, um Patientinnen und Patienten künftig gezielter durch das Gesundheitssystem zu führen. Nach Überzeugung der DGIV erschweren es fragmentierte Versorgungsebenen und unkoordinierte Behandlungswege zunehmend, Patientinnen und Patienten effizient und bedarfsgerecht durch das Gesundheitssystem zu begleiten.

Das vom DGIV-Vorstand um Vorstandsmitglied Corinna Beutel federführend erarbeitete Positionspapier skizziert vor diesem Hintergrund konkrete Ansatzpunkte für eine stärker koordinierte Primärversorgung. „Die Diskussion über Primärversorgung wird in Deutschland häufig auf ein Primärarztmodell verkürzt“, so Corinna Beutel. „Tatsächlich geht es uns jedoch um eine bessere Koordination der Versorgung insgesamt – also um klare Zugangsstrukturen, interprofessionelle Teams und eine systematische Steuerung der Patientenwege.“ Daher müsse die Primärversorgung als interprofessionelle Aufgabe verstanden werden, bei der verschiedene Gesundheitsberufe gemeinsam Verantwortung für den ersten Zugang zur Versorgung übernehmen.

Entscheidend sei dabei eine digitale Ersteinschätzung, die unabhängig vom gewählten Zugangsweg nach einheitlichen Standards erfolgt und Patientinnen und Patienten nach denselben Kriterien in die passende Versorgungsebene steuert. Ergänzend schlägt das Papier vor, verfügbare Behandlungskapazitäten stärker zu bündeln und in einen gemeinsamen Terminpool zu überführen, um eine koordinierte Terminvergabe zu ermöglichen.

Neben der Strukturierung des Zugangs zur Versorgung betont der DGIV-Vorstand in seinem Papier die Bedeutung einer strukturierten Behandlungskontinuität. Klare und verbindliche Übergänge in die fachärztliche Weiterbehandlung sollen sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten auch bei komplexeren Krankheitsverläufen koordiniert durch verschiedene Versorgungsebenen begleitet werden. Die freie Arztwahl soll dabei grundsätzlich erhalten bleiben. Anders als in einigen internationalen Modellen, in denen Patientinnen und Patienten automatisch einem Primärarzt- oder Gesundheitszentrum zugewiesen werden, plädiert die DGIV weiterhin für eine freie Arztwahl auf der Grundlage standardisiert geführter Prozesse.

Ausdrücklich betont die DGIV darüber hinaus die Bedeutung regionaler Gestaltungsspielräume. „Unterschiedliche Versorgungsrealitäten in Ballungsräumen und ländlichen Regionen erfordern flexible Modelle der Primärversorgung“, so Beutel. Eine zentrale Rolle komme dabei den Kassenärztlichen Vereinigungen zu, die im Rahmen ihres Sicherstellungsauftrags maßgeblich an der regionalen Versorgungsplanung beteiligt sind. Die Weiterentwicklung der Primärversorgung müsse zudem eng mit der Reform der Notfallversorgung zusammengedacht werden.

„Die Diskussion über Primärversorgung zeigt sehr deutlich, dass wir das Gesundheitssystem stärker vom Bedarf der Patientinnen und Patienten her denken müssen“, erklärt Prof. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der DGIV. „Es geht nicht darum, Zugänge zu beschränken, sondern Versorgung besser zu koordinieren. Eine gut organisierte Primär- und Anschlussversorgung kann dazu beitragen, Ressourcen gezielter einzusetzen und gleichzeitig die Versorgungsqualität zu verbessern.“

Das vollständige Positionspapier „DGIV-Positionen zur Primärversorgung“ ist ab sofort auf der Website der DGIV verfügbar unter: DGIV-PositionPrimärversorgung

DGIV e.V.                                                                                 

Fünfte Podcast-Folge der DGIV mit Prof. Eckhard Nagel zur Zukunft der Integrierten Versorgung

„Wenn jeder nur das Beste für sich herausholen will, fährt das System an die Wand“

 

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e. V. (DGIV) hat eine neue

Folge ihres Podcasts „Versorgung integriert!“ veröffentlicht. Nach Episoden zur Sektorentrennung, zu den Gesundheitsfachberufen,

zur digitalen Prävention und zur regionalen Versorgung widmet sich die aktuelle Ausgabe

den strukturellen Reformblockaden im Gesundheitssystem und den Herausforderungen der laufenden Legislaturperiode.

Gesprächspartner ist Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der DGIV. Er diskutiert mit dem Geschäftsführenden

DGIV-Vorstandsmitglied Dr. Albrecht Kloepfer über die Frage, warum Deutschland trotz zahlreicher

Gutachten, Expertenkommissionen und Reformgesetze nicht schnell genug vorankommt.

Prof. Nagel macht im Podcast deutlich, dass sich strukturelle Defizite zunehmend konkret in der Versorgung vor

Ort auswirken. Die Brüche in der Versorgung und der Fachkräftemangel seien inzwischen deutlich spürbar – für

Patientinnen und Patienten ebenso wie für Leistungserbringer. Reformverzögerungen seien keine technische Detailfrage,

sondern gefährdeten reale Strukturen: „Wir haben an der Stelle nicht wirklich Zeit, Dinge ins nächste

oder übern.chste Jahr zu verschieben.“

Zentraler Diskussionspunkt ist die Rolle der Selbstverwaltung. Diese sei historisch gewachsen, müsse ihr Selbstverständnis

jedoch dahingehend weiterentwickeln, den strukturellen Wandel zu begleiten. Interessenvertretung

dürfe nicht in der Sicherung einzelner Besitzstände verharren. „Wenn Interessensvertretung nur das Beste für die

eigene Gruppe herausholen will, dann fährt das ganze System an die Wand“, betont Prof. Nagel.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der regionalen Perspektive. Nach Prof. Nagels Einschätzung funktionieren

Lösungen dort besser, wo Nähe zur Versorgungsrealität besteht: „Meine Beobachtung ist, dass das regional besser

klappt als auf Bundesebene.“ Unterschiedliche Ausgangslagen – Metropolregionen einerseits, ländliche Räume

andererseits – erforderten flexible Gestaltungsmöglichkeiten. „Vielmehr muss es darum gehen, so viele Freiheitsgrade

für die jeweiligen Regionen zu ermöglichen, dass sie dann auch tatsächlich in der Lage sind, Antworten zu

finden.“ Am Beispiel der Lausitz beschreibt Nagel den dort etablierten Innovations- und Netzwerkrat als gemeinsames

Steuerungsgremium von Universität, Selbstverwaltung, Krankenhäusern, Kassenärztlicher Vereinigung sowie

kommunalen Vertretern – mit dem Ziel, Versorgungsentwicklung verbindlich und abgestimmt voranzubringen.

Auch die bestehenden Finanzierungs- und Anreizstrukturen werden kritisch beleuchtet. Die sektoral getrennten

Logiken im SGB V behinderten vielfach integrierte Versorgungsansätze. „Gesundheitsökonomie ist ja keine gottgegebene

Struktur. Gesundheitsökonomische Strukturen sind gestaltbar. Wenn wir integrierte Versorgung wollen,

müssen wir auch die Anreizsysteme entsprechend ausrichten“, so Prof. Nagel. Der Gesetzgeber müsse Spielräume

eröffnen, damit regionale Lösungen nicht an starren Abrechnungsmechanismen scheiterten. Zudem brauche

es Reformen, die verlässliche Rahmenbedingungen für regionale Versorgungsmodelle schaffen. Entscheidend

seien klare Verordnungen, damit diese Modelle auch praktisch umgesetzt werden – zügig und nicht im Modus

kleinteiliger Einzelschritte.

Ein weiterer Akzent liegt auf der stärkeren Integration von Prävention in die Versorgung. Neue wissenschaftliche

Erkenntnisse – etwa zu Bewegung, Umweltfaktoren oder Früherkennung – machten deutlich, dass Prävention

strukturell mitgedacht werden müsse. „Medizinische Entwicklung steht an einer Abbruchkante“, stellt Prof. Nagel

fest. Wenn wir das vorhandene Wissen über vermeidbare Erkrankungen nicht in verbindliche Strukturen übersetzen,

verspielen wir gesundheitliche und gesellschaftliche Potenziale. Prävention müsse deshalb integraler Bestandteil

der Versorgung werden – mit klaren Verantwortlichkeiten, verlässlicher Finanzierung und einer stärkeren

Ausrichtung auf Verhältnisprävention anstatt Verhaltensprävention.

Die neue Folge des DGIV-Podcasts „Versorgung integriert!“ ist ab sofort verfügbar unter: https://dgiv.org/news/dgiv-podcasts/

Die Themen des Podcasts werden beim 22. DGIV-Bundeskongress am 26. März 2026 in Berlin vertieft diskutiert.

Weitere Information zum DGIV-Bundeskongress finden Sie unter folgendem Link:

https://dgiv.org/veranstaltungen/22. DGIV-Bundeskongress am 26. März 2026 in Berlin

DGIV diskutiert „Gesundheit vor Ort“ am 26. März auf dem 22. Bundeskongress in Berlin

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e. V. (DGIV) lädt am 26. März 2026 zum 22. DGIV-Bundeskongress nach Berlin ein. Unter dem Leitmotiv „Gesundheit vor Ort – Integriert. Interprofessionell. Partizipativ.“ diskutieren Akteurinnen und Akteure aus Politik, Versorgungspraxis, Wissenschaft, Selbstverwaltung und Gesundheitswirtschaft im Hotel Aquino zentrale Fragen einer zukunftsfähigen, regional verankerten Gesundheitsversorgung.

Im Mittelpunkt des Kongresses steht die Frage, wie Gesundheitsversorgung stärker an den tatsächlichen Bedarfen der Menschen ausgerichtet und gemeinsam vor Ort gestaltet werden kann. Die DGIV setzt dabei bewusst auf einen Perspektivwechsel: weg von sektoralen Zuständigkeiten, hin zu den Bedürfnissen der Menschen in den Regionen. Partizipation wird dabei nicht als ergänzendes Instrument verstanden, sondern als zentrales Strukturprinzip integrierter Versorgung. Bürgerinnen und Bürger sowie Patientinnen und Patienten werden nicht nur adressiert, sondern als aktive Mitgestalter von Versorgungsstrukturen verstanden. Ohne ihre Perspektiven bleibt integrierte Versorgung unvollständig.

Der Bundeskongress greift zugleich die grundlegenden Herausforderungen des Gesundheitssystems auf – von fragmentierten Zuständigkeiten über Sektorengrenzen bis hin zu regionalen Versorgungsunterschieden. Diskutiert wird, wie integrierte Versorgung die strukturellen Probleme des Gesundheitssystems überwinden kann, wenn interprofessionelle Zusammenarbeit, kommunale Verantwortung, Partizipation und digitale Vernetzung konsequent zusammengedacht und umgesetzt werden. Ziel ist es, konkrete Lösungsansätze sichtbar zu machen und Wege in eine nachhaltige Umsetzung aufzuzeigen. Zahlreiche politische Gäste aus Bundes- und Landespolitik runden das Kongressprogramm ab.

Der DGIV-Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Eckhard Nagel, unterstreicht die Bedeutung des Kongressthemas: „Partizipation eröffnet neue Perspektiven für integrierte Versorgung. Sie hilft, Bedarfe sichtbar zu machen und Versorgungsstrukturen passgenauer auszurichten. Integrierte Versorgung entsteht also nicht durch abstrakte Reformen, sondern nur durch gemeinsame Verantwortung vor Ort“, so Prof. Nagel. Nur so könnten tragfähige neue Strukturen entstehen.

Bereits am Vortag des Kongresses, am 25. März 2026, richtet die DGIV zum fünften Mal ihr traditionelles „Bootcamp für Young Professionals und Studierende“ aus. Im Rahmen des Bootcamps werden aktuelle Herausforderungen des Gesundheitssystems diskutiert und aus der Perspektive des professionellen Nachwuchses Thesen zu einem partizipativen Gesundheitssystem erarbeitet, die in die Diskussionen des Hauptkongresstages einfließen.

Ein besonderer Programmpunkt des diesjährigen Kongresses ist die erstmals durchgeführte Postersession. Sie bietet Raum für praxisnahe Projekte, wissenschaftliche Arbeiten und innovative Versorgungskonzepte und versteht sich ausdrücklich als partizipatives Format. Die vorgestellten Beiträge werden im direkten Austausch diskutiert. Ergänzend verleiht die DGIV einen mit 1.000 Euro dotierten Posterpreis, mit dem herausragende Ansätze zur integrierten und partizipativen Gesundheitsversorgung ausgezeichnet werden.

„Integrierte Versorgung ist eine Voraussetzung für zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. Entscheidend ist, dass sie regional verantwortet, interprofessionell getragen und partizipativ gestaltet wird“, so Prof. Nagel zusammenfassend.

Weitere Informationen zum Bundeskongress der DGIV sowie zum Bootcamp und zur Postersession finden Sie unter: https://dgiv.org/veranstaltung/22-dgiv-bundeskongress-am-26-maerz-2026-in-berlin/

PM DGIV-Kongress 2026

 

DGIV startet auf ihrem Kongress 2026 erstmals Postersession und lobt Posterpreis aus

1.000 Euro und eine Ausgabe des DGIV-Podcast für das beste Projekt

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e. V. (DGIV) richtet im Rahmen ihres 22. Bundeskongresses am 26. März in Berlin erstmals eine Postersession aus. Ein Sieger wird während des Kongresses vom Publikum ermittelt. Der DGIV-Posterpreis 2026 ist mit 1.000 Euro und einer Schwerpunkt-Ausgabe des DGIV-Podcast dotiert. Mit Postersession und Posterpreis möchte die DGIV praxisnahe Projekte, wissenschaftliche Arbeiten und innovative Versorgungskonzepte sichtbar machen und den fachlichen Austausch zur integrierten Versorgung weiter stärken.

Session und Preis richten sich an Akteurinnen und Akteure aus Versorgungspraxis, Wissenschaft, Kommunen, Selbstverwaltung und Gesundheitswirtschaft, die Projekte und Modelle zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung vorstellen möchten. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Beiträge zur integrierten und interprofessionellen Versorgung in regionalen Räumen, zur Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern bzw. Patientinnen und Patienten sowie zur Digitalisierung als Enabler integrierter Versorgung. Insgesamt zehn Beiträge werden eingeladen, ihre Projekte im Rahmen des Kongresses im Kongressfoyer zu präsentieren. Über die Shortlist der zehn präsentierten Projekte entscheidet der DGIV-Vorstand.

Der DGIV-Bundeskongress steht in diesem Jahr unter dem Leitmotiv „Gesundheit vor Ort – integriert, interprofessionell, partizipativ“ und greift zentrale Fragen einer zukunftsfähigen, regional verankerten Gesundheitsversorgung auf. Mit der Postersession schafft die DGIV einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und konkrete Lösungsansätze diskutiert werden können. Die Beiträge bieten Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit Kongressteilnehmenden sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Selbstverwaltung und Versorgungspraxis.

Die Einreichung der Abstracts erfolgt formlos per E-Mail an Frau Ildikó Klauck im DGIV-Sekretariat unter klauck@dgiv.org. Erforderlich sind der Titel sowie eine kurze Beschreibung mit maximal 2.500 Zeichen. Die Annahme eines Posters beinhaltet die Teilnahme am Bundeskongress. Alle Einsenderinnen und Einsender sind zugleich für das DGIV-Bootcamp für Young Professionals am Kongressvortag eingeladen.

Bitte reichen Sie Ihr Abstract ein bis: Freitag, 27. Februar 2026

Weitere Informationen zum Bootcamp und zum Bundeskongress der DGIV finden Sie unter: https://dgiv.org/veranstaltung/22-dgiv-bundeskongress-am-26-maerz-2026-in-berlin/

Pressemitteilung: Investoren MVZ – Versorgungsmodelle zwischen Innovation und Regulierung (BVASK)

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PRESSEMITTEILUNG
Düsseldorf, 15. Dezember 2025
 
Investoren MVZ – Versorgungsmodelle zwischen Innovation und Regulierung
 
Kurze Wege, geballte Kompetenz von vielen Ärzten, Benchmarks und eine sehr hohe Struktur-Qualität kennzeichnen auch die orthopädischen MVZ seit deren Gründung und Einführung. Jedoch gibt es immer noch viele politische Diskussionen, über diese Art von Versorgungsmodellen. Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien festgelegt, dass es eine Regulierung geben solle. Welche Regelungen geschaffen werden könnten und welche sinnvoll wären – darüber berichtet Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) auf dem 36. Jahreskongress des BVASK, der vom 30. bis 31. Januar im Düsseldorfer Medienhafen stattfindet.
 
„In der Politik will man jetzt eine Regulierung schaffen, es soll mehr Transparenz über die Eigentümerstruktur geben und der Rahmen für eine systemgerechte Verwendung der Beitragsmittel sichergestellt werden. Doch zwischen Spekulation und Versorgungsrealität klafft noch eine große Lücke“, beschreibt Stauch-Eckmann.
Die MVZ schließen zunehmend die Schnittstelle zwischen ambulant und stationär, sie bauen eigene Operationssäle und stellen ihr Knowhow zur Verfügung. Moderne Qualitätsmessung und Ausbildungsprogramme sind selbstverständlich. Deshalb sind gerade in der Fläche MVZ ein unverzichtbarer Partner.
Neben den wirtschaftlichen gibt es jedoch auch entscheidende demografische Gründe, den MVZ einen sicheren Rahmen zu bieten. Derzeit steuert Deutschland auf eine riesige Ruhestandswelle zu. Zwischen 2026 und 2031 gehen die Babyboomer in Rente. Rund 31 % aller Ärzte sind 55 Jahre oder älter. Jeder Fünfte ist 60 Jahre oder älter. Viele werden nun selbst zu Patienten. Auf der anderen Seite steht der Trend zur „Longevity“: jeder möchte gesund altern und seinen Life-Style und Sport beibehalten.
Bei weniger Personal ist die Bündelung der Kräfte in MVZ, wo die Patienten immer Termine erhalten, erst recht wichtig. Dazu kommt, dass über 60 Prozent inzwischen weibliche Medizinstudenten sind. Viele von ihnen wollen festangestellt arbeiten, abgesichert sein, regelmäßige Arbeitszeiten haben, Kinder bekommen und dann häufig Teilzeit arbeiten. Auch dies kann ein MVZ gewährleisten.
Jungen Orthopäden, die sich dennoch mit einer Einzelpraxis selbstständig machen wollen, stehen trotzdem alle Türen offen.
Der Staat müsse, so Stauch-Eckmann, vor allem Anreize setzen, um Versorgung sicherzustellen oder drohender Unterversorgung entgegenzuwirken. Von der Regierung wünschen sich die MVZ-Betreiber eine faktenbasierte Diskussion, die Umsetzung des Transparenz-Registers als Basis und einen offenen Umgang mit allen lösungsorientierten Parteien der Regulierungs-Diskussion.

Das „Kleeblatt“ lädt ein zum gesundheitspolitischen Webinar: Realitäts-Check und Gestaltungsverantwortung

Unter dem Titel „Realitäts-Check und Gestaltungsverantwortung – Was kann und was braucht regionale Versorgung?“ diskutieren Expertinnen und Experten aus Versorgung, Politik und Wissenschaft, wie sektorenübergreifende und regional verantwortete Gesundheitsmodelle erfolgreich gefördert, umgesetzt und verstetigt werden können.

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland steht weiterhin vor bestehenden und wachsenden Herausforderungen – vom demografischen Wandel über Fachkräftemangel bis hin zu wirtschaftlichen Belastungen. In der Region jedoch entstehen vielfach bereits heute erfolgreiche vernetzte Versorgungsmodelle, in denen Ärztinnen und Ärzte, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen sowie Kommunen und andere Akteure kooperieren.

„Wenn wir die Kraft der Region nutzen, Versorgung ganzheitlich denken und politisch verlässlich unterstützen, profitieren Patientinnen und Patienten ebenso wie das System insgesamt“, so die vier veranstaltenden Verbände in ihrer gemeinsamen Überzeugung.

Das Webinar bringt Perspektiven aus Praxis und Politik zusammen. Im Fokus stehen:

  • Erfolgreiche Modelle aus Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetzen
  • Anforderungen an Rahmenbedingungen und Förderung durch die Politik
  • Perspektiven für die Übertragung in die Fläche
  • Lösungsansätze zur Entlastung von Fachkräften und zur Stärkung wohnortnaher Versorgung

Die Veranstalter – ADABMCDGIV und NDGR – wollen mit der Konferenz einen Impuls setzen, wie regionale Versorgung gestärkt und bestehende politische Hürden überwunden werden können.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen sowie den Zugang zur Veranstaltung erhalten Sie über den beiliegenden Veranstaltungsflyer.

Scharfe Kritik der DGIV am Abschmelzen des Innovationsfonds

Scharfe Kritik der DGIV am Abschmelzen des Innovationsfonds

Prof. Eckhard Nagel: „Das einzige Instrument zur Hebung von Effizienzreserven“

Mit scharfer Kritik hat die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung e.V. (DGIV) auf das Abschmelzen des Innovationsfonds durch die heute im Kabinett verabschiedeten GKV-Spargesetze der Bundesregierung reagiert.

„Der Innovationsfonds ist das einzige politisch und finanziell geförderte Instrument im SGB V, das es den Krankenkassen gemeinsam mit ihren Versorgungspartnern erlaubt, Effizienzreserven in der Versorgung zu heben, zu evaluieren und über den Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dem Gesundheitssystem zur Übernahme in die Regelversorgung vorzulegen“, so der DGIV-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel zu den jetzigen Sparbeschlüssen. Aufgabe der rahmensetzenden Politik müsse es sein, dieses Instrument kontinuierlich weiterzuentwickeln und nicht die Axt an dessen Finanzierung zu legen.

„Zahlreiche unserer Mitglieder haben sich erfolgreich um eine Förderung durch den Innovationsfonds bemüht und damit immer wieder Ideen für die effiziente Weiterentwicklung unseres Versorgungssystems geliefert“, bekräftig der DGIV-Vorstandsvorsitzende. Nicht alles beim Innovationsfonds laufe bereits rund und reibungslos, aber eine weitere Beschneidung dieses Instruments, das ursprünglich mal mit 300 Millionen Euro gestartet war, auf nun nur noch 100 Millionen Euro sei ein Schritt in die komplett falsche Richtung. „Unser Krankenversicherungssystem gibt damit deutlich weniger als 1 Promille seiner Ausgaben für seine zielgerichtete und strukturiere Innovationsentwicklung aus. Das kann man aus Sicht der DGIV mit Fug und Recht einen Skandal nennen“, so das Resümee des DGIV-Vorstandsvorsitzenden.

 

Dr. Albrecht Kloepfer

Pressekonferenz zur Tranplantationsversorgung

Anlässlich des 13. Kongresses der International Pediatric Transplant Association (IPTA) vom 18. bis 21. September in Berlin, hat die DGIV, gemeinsam mit der IPTA und der Rudolph Pichlmayr-Stiftung, am 17. September zur Pressekonferenz geladen.
Beiliegend ein Foto und der Link auf die entsprechende Pressemitteilung.
Eine Berichterstattung dazu hat es bereits auch gegeben:
Über weitere Presseresonanz halten wir Sie auf dem Laufenden.
Dank sei unserer AG Transplantation gesagt, die mit einem DGIV-Positionspapier zur Thematik aktiv in die Pressekonferenz eingebunden werden konnte.