Unbestritten: Die Ausgangslage
Die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland muss effizienter werden und sich stärker an den Bedarfen einer individuellen Patient Journey orientieren, um den vor uns liegenden Herausforderungen (vor allem: demografischer Wandel, Fachkräftemangel und medizinischer Fortschritt) wirkungsvoll zu begegnen. Eine fragmentierte Versorgungslandschaft und unkoordinierte Versorgungsangebote bilden dafür eine unzureichende Basis. Im Gegenteil: Die in Deutschland erreichte Lebenserwartung steht schon seit einiger Zeit nicht mehr mit den aufgewendeten Gesundheitsausgaben in vertretbarer Relation. (Vgl.: Mehr bezahlen, schneller sterben).
Das nun auch in Deutschland diskutierte Primärversorgungsmodell[1] soll aus Sicht der Politik als Teil einer Antwort auf diese Herausforderung verstanden werden. Neben der notwendigen Zufriedenheitssteigerung der Versicherten mit der Versorgungssituation ist mit Primärversorgungsmodellen das Ziel einer Kosteneinsparung verbunden (unnötige Doppeluntersuchungen, Vermeidung medizinisch unnötiger Facharztbesuche). Dabei gelten Primärversorgungsmodelle – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – international eher als Standard. (Vgl.: MVF0425_060625_Wittlinger_Sundmacher-OF2.pdf) Auch scheint eine hohe Akzeptanz der Bevölkerung für ein solches Modell gegeben. (Vgl.: FORSA-Befragung im Auftrag des AOK Bundesverbands: 68 Prozent der Bürger würden angesichts der momentan langen Wartezeiten die freie Facharztwahl gegen einen schnelleren Termin beim Facharzt tauschen.)
